Dread Disease

Dread-Disease-Versicherung
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Die Dread-Disease-Versicherung (übersetzt in etwa „Versicherung gegen gefürchtete Krankheiten"; auch: „Schwere-Krankheiten-Vorsorge" oder „Critical Illness") ist eine Personenversicherung, deren Leistung bei Eintritt von (fest definierten) schweren Krankheiten der versicherten Person ausgezahlt wird (z. B. Krebs).

Herkunft / Geschichte

Die erste Dread-Disease-Versicherung wurde 1983 in Südafrika von Marius Barnard, einem Herzchirurgen entwickelt und breitete sich von dort über den angloamerikanischen Raum aus[1].

In Deutschland ist die Versicherungsform erst seit 1993 zum Vertrieb zugelassen und wird erst von wenigen Versicherungsgesellschaften angeboten. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass dieses Produkt künftig von mehr Gesellschaften angeboten werden wird.
Versicherte Risiken

Die deutsche Bezeichnung Schwere-Krankheiten-Vorsorge ist insofern etwas irreführend, da bei dieser Versicherung nicht nur Krankheiten im eigentlichen Sinne (wie z. B. schwere Formen von Krebs, Multiple Sklerose, Lebererkrankungen, Lungenerkrankungen, Parkinson-Krankheit, Arthritis, etc.) versichert sind, sondern auch andere Vorkommnisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Folgen schwerer Unfälle in der Deckung einer solchen Police enthalten sein können. Welche Risiken abgesichert sind, hängt konkret vom jeweiligen Tarif ab. Die Anzahl, die Art und versicherungsrelevante Definition der versicherten Risiken variiert demnach und ist von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Manche Tarife enthalten bspw. lediglich 5 Krankheitsbilder, andere wiederum bis zu 46.
Tarifmerkmale

Die Höhe des Beitrages resultiert aus für Versicherungsverträge mit biometrischen Risiken üblichen Faktoren (z. B. Alter, Geschlecht, Versicherungssumme, Laufzeit oder Vorerkrankungen). Vorerkrankungen können wie bei Krankenversicherungen z. B. einen Zuschlag, einen Ausschluss oder eine Ablehnung bewirken. In der Ausgestaltung der weiteren Tarifmerkmale (Warte- und Karenzzeiten, Dynamik) ist die Versicherung den Krankenversicherungen und Lebensversicherungen ähnlich.

Bei einigen Dread-Disease-Versicherungen sind auch Bausteine wie z. B. Todesfallschutz, Erwerbsunfähigkeitsschutz, Pflegeschutz oder auch ein Berufsunfähigkeitsschutz einschließbar.

Ein möglicher betrieblicher Einsatz ist die Verwendung einer Dread-Disease-Versicherung als sogenannte „Keyperson-" oder „Keyman-Versicherung". Hierbei werden Führungskräfte oder Spezialisten eines Unternehmens versichert, um bei einem Ausfall einen möglichen finanziellen Verlust des Unternehmens auszugleichen. Bei dieser Konstellation ist das Unternehmen Versicherungsnehmer und die "Keyperson" die versicherte Person. Im Leistungsfall fließt die Versicherungssumme daher an das Unternehmen.
Abgrenzung zu ähnlichen anderen Versicherungen

Im Gegensatz zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird keine monatliche Rente ausgezahlt, sondern in der Regel eine fest vereinbarte Versicherungssumme einmalig nach der Diagnosestellung, unabhängig davon, ob die Arbeitskraft der versicherten Person eingeschränkt ist oder nicht.
Steuerliche Behandlung

Eine Dread-Disease-Versicherung ist im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen in Deutschland ggf. steuerlich absetzbar, sofern die Höchstbeiträge nicht durch z. B. Sozialversicherungsbeiträge bereits ausgeschöpft sind. Die Auszahlung der Versicherungssumme ist in Deutschland für Privatpersonen in der Regel steuerfrei; bei Gesellschaften (siehe unten: Keyman-Versicherung) gelten solche Versicherungsleistungen in der Regel als Betriebseinnahmen. Die Beiträge können damit ggf. als Betriebsausgaben abgesetzt werden.
Nutzen / Kritik

Ein Vorteil der Dread-Disease-Versicherung kann sein, dass die Prüfung des Leistungsfalls möglicherweise einfacher und nicht so zeitaufwendig ist, wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei Absicherung wichtiger Schlüsselpositionen in Unternehmen ist eine Dread-Disease-Versicherung der Berufsunfähigkeit aus Unternehmenssicht unter Umständen vorzuziehen.

Häufig wird diskutiert, ob die Dread-Disease-Versicherung ein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung darstellt. In diese Diskussion werden oft die sogenannten Bürotätigkeiten einbezogen, da in diesen Berufsgruppen eine Berufsunfähigkeit deutlich seltener eintritt als in handwerklichen Berufen und deshalb teilweise die Dread-Disease-Versicherung sinnvoller erscheint. Da diese beiden Formen der Arbeitskraftabsicherung zwar im Leistungsspektrum Überschneidungen aufweisen, jedoch grundsätzlich unterschiedliche Leistungsfälle abdecken, ist immer die individuelle Situation der zu versichernden Person zu berücksichtigen.

In diesem Zusammenhang raten bspw. der Bund der Versicherten und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dazu, nicht auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung zugunsten einer Dread-Disease-Versicherung zu verzichten, sondern diese höchstens als Ergänzung zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung anzusehen. Als Begründung hierfür wird herangezogen, dass Erkrankungen des Rückens oder der Gelenke nicht versichert sind und ebenso wenig psychische Erkrankungen. Diese Erkrankungen zählen jedoch auch zu den Hauptursachen von Arbeitskraftverlust.

Für Personen, für die ein Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch nicht oder nicht ohne Ausschluss möglich ist (häufig der Fall, wenn in der jüngeren Vergangenheit psychologische oder psychotherapeutische Beratungen in Anspruch genommen wurden), kann die Dread-Disease-Versicherung eine Alternative sein, da für einen Abschluss aktuelle oder vergangene psychische Beschwerden in der Regel ohne Konsequenzen bei der Risikobeurteilung bleiben.

Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeits Zusatzversicherung (BU) Die bekannteste Form der Berufsunfähigkeitsvorsorge stellt die so genannte Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) dar. Hierbei wird der BU-Schutz mit einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung kombiniert. Kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen bieten dabei einen systematischen Vermögensaufbau für die Zukunft. Es werden hierbei unterschieden: Klassische Produkte mit einem garantierten Zinssatz von zur Zeit 2,75% p.a. auf den Sparanteil (ab 2007 dann 2,25% im Neugeschäft) zzgl. einer nicht garantierten Überschussbeteiligung. Fondsbasierte Versicherungen wie Fondsrenten- und Fondslebensversicherungen. Hierbei wird i.d.R. keine garantierte Verzinsung hinterlegt. Praxisüblich sind eher reine Beitragsgarantien und / oder so genannte „all time high Garantien“ als Zusatzbausteine. Gleichzeitig kann in beiden Varianten für den Todesfall eine Hinterbliebenenabsicherung – in Form einer Todesfallversicherungssumme - vereinbart werden. Demgegenüber stellt die Kombination einer BUZ mit einer Risiko-Lebensversicherung (RLV) eine preiswertere Alternative dar, da hier kein Kapital für das Alter aufgebaut wird. Andererseits bedeutet dies, dass im BU-Fall die Sparbemühungen der eigenen Altersvorsorge selbst fortgesetzt werden müssen, um das notwendige Altersvorsorgekapital aufzubauen. Wichtig!: Gleich ob mit einer kapitalbildenden Versicherung oder einer RLV, im BU-Leistungsfall wird zum einen die vereinbarte BU-Rente ausgezahlt und die Hauptversicherung beitragsfrei gestellt. So werden beispielsweise weiter Prämien in die Rentenversicherung durch das Versicherungsunternehmen investiert, ohne dass der Kunde selbst weitere Prämien dafür aufbringen muss.

Lebensversicherung

Eine Lebensversicherung ist eine Individualversicherung (im Unterschied zur Sozialversicherung), bei der das Todesfall- bzw. Langlebigkeitsrisiko versichert wird. Innerhalb der Individualversicherung ist sie also eine Personenversicherung. Sie wird fast stets als Summenversicherung abgeschlossen, d. h. die Versicherungsleistung ist ein vertraglich bestimmter Betrag, im Gegensatz zur Schadenversicherung, wo der tatsächlich eingetretene, feststellbare Schaden erstattet wird. Die Feststellung eines „Schadens“ verbietet sich im Zusammenhang mit dem Leben eines Menschen. Je nach Vertrag kann der Tod vor einem bestimmten Zeitpunkt, aber auch im erweiterten Begriff der Lebensversicherung das Erleben eines bestimmten Zeitpunktes, der Eintritt schwerer Krankheiten, die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder andere, direkt mit dem menschlichen Leben zusammenhängende Gefahren die Versicherungsleistung auslösen.
Rechtseinräumung
Der VN kann Dritten Rechte an seinem Vertrag einräumen. Charakteristisch daran ist, dass die Auszahlungsbestimmung mit Rechtseinräumung zugunsten des Gläubigers ausgesetzt oder widerrufen wird und dass eingeräumte Rechte Dritter nur durch deren Zustimmung auf den VN rückübertragen werden können. Hat sich die zugrundeliegende Schuld z. B. durch Zahlung erledigt, schuldet der Gläubiger allerdings diese Zustimmung. Rechtseinräumungen sind erst nach Anzeige bei dem VR gültig (Zugang und Reihenfolge entscheiden) und werden von diesem verwaltet. In der Regel wird dem Pfandgläubiger der Versicherungsschein (inklusive etwaiger Nachträge) übergeben.
1. Aktive:
Gemäß § 165 VVG kann der VN durch Anzeige beim VR für seinen Versicherungsvertrag den „Ausschluss der Verwertbarkeit“ bewirken. Damit sind eigene und fremde Zugriffe auf das Vermögen während der Ansparzeit ausgeschlossen, z. B. auch die Anrechenbarkeit auf ALG II Ansprüche (Hartz IV). Dieser Schritt ist unumkehrbar. Damit sind Abtretung/Verpfändungen nicht mehr oder nur noch nachrangig möglich.
Mit Erteilung eines Unwiderruflichen Bezugsrechts (UB) bindet sich der VN für sämtliche künftige Verfügungen über seinen Versicherungsvertrag unwiderruflich an die Zustimmung des (jetzt unwiderruflich) Bezugsberechtigten, insbesondere der Aufhebung eben dieser Rechtseinräumung. Verfügungen in Zusammenhang mit dem Vertrag sind nur durch Zusammenwirken von VN und Unwiderruflich Bezugsberechtigtem möglich. Der UB selbst kann aber auch nicht allein handeln. Zum Teil sind UB gesetzlich vorgeschrieben (Direktversicherung).
Abtretungen/Verpfändungen dienen schuldrechtlich der Besicherung von Krediten oder Hypotheken. Dabei tritt der VN (als Gläubiger der Versicherungsleistung, Zedent) seine Rechte und Ansprüche aus dem Vertrag an den Gläubiger (Zessionar) ab. Der Vorgang wird Zession genannt. Die Begriffe unterscheiden sich danach, ob es einen Schuldgrund gibt (Verpfändung braucht diesen zwingend). Der Gläubiger hat damit alle vertraglichen Rechte; auch das Recht zur Kündigung der Versicherung und Auszahlung des Rückkaufswertes (einschließlich der Überschussanteile). Bedenken zur Angemessenheit einer Kündigung hat der VR nicht zu tragen. Vielmehr wäre ein aufgrund Kündigung entstandener Schaden grundsätzlich im Innenverhältnis von VN und Pfandgläubiger zu klären, was den Verwaltungsablauf und die Haftung des vertragsführenden Versicherers erleichtert.
2. Passive:
Pfändung im Sinne des [BGB]. Hierbei wird ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss bei dem VR angezeigt (der Eingang wird dort mit Datum und Uhrzeit dokumentiert). Zugleich wird vom Pfandgläubiger typischerweise die Auszahlungsbestimmung (Bezugrecht) widerrufen und ein Zahlungsverbot ausgesprochen. Damit sind alle Rechte und Ansprüche ähnlich der Abtretung/Verpfändung auf den Pfandgläubiger übergegangen.
Arten der Lebensversicherung
Lebensversicherungen wie sie in Deutschland angeboten werden, lassen sich in folgende Grundformen einteilen:
Nach dem Versicherungsfall
Todesfallversicherung (Leistung nur im Todesfall während der Vertragslaufzeit, z. B. Risiko-Lebensversicherung)
Erlebensfallversicherung (Leistung nur bei Erleben des Vertragsendes, praktisch nur in Mischformen wie der gemischten Versicherung auf den Todes- oder Erlebensfall oder als Rentenversicherung)
Berufsunfähigkeitsversicherung (Versicherungsleistung bei Berufsunfähigkeit)
Aussteuerversicherung (Versicherungsleistung bei Heirat)
Nach der Kapitalbildung
Risikoversicherung (keine oder nur vorübergehenden Kapitalbildung)
Kapitalbildende Versicherung
Nach der Art der Geldanlage
Konventionelle kapitalbildende Lebensversicherung
Fondsgebundene Lebensversicherung ("Versicherung, bei der das Anlagerisiko vom Versicherungsnehmer getragen wird"; Hier kann der Versicherungsnehmer die Anlageschwerpunkte und damit das Risiko durch Wahl der Fonds bestimmen)
Indexgebundene Lebensversicherung (hier wird die Versicherungsleistung abhängig von einem Index bestimmt, der sich nicht unbedingt vollständig mit Kapitalanlagen darstellen lässt, wo also der VR ein gewisses Restrisiko trägt)
Nach der Art der Leistung
Kapitalversicherung (einmalige Leistung durch Zahlung eines Kapitals)
Rentenversicherung (laufende Auszahlung als Rente)
Ausbildungsversicherung (Entfall der Beitragszahlung bei Tod des Versicherungsnehmers, Erbringung einer festen Leistung zu einem Stichtag)

Privatrente

Was ist eine Private Rentenversicherung?

Eine private Rentenversicherung wendet sich insbesondere an Alleinstehende (Singles), die etwas für die Aufrechterhaltung ihres Lebensstandards im Rentenalter tun möchten. Der Abschluss einer privaten Rentenversicherung ist sehr einfach, weil eine Gesundheitsprüfung nicht erforderlich ist. Also: Auch Personen, für die aus gesundheitlichen Gründen der Abschluss einer Kapitallebensversicherung nicht in Frage kommt, können über eine private Rentenversicherung für ihren Ruhestand vorsorgen. Es gibt verschiedene Formen der privaten Rentenversicherung. Die klassische Form ist die Rentenversicherung mit aufgeschobener Rentenzahlung. Hier wird Kapital mit laufenden Beitragszahlungen angespart und anschließend ab einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt in monatlichen Renten ausgezahlt. Der Versicherte hat die Wahl, ob er die Beiträge monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich zahlen möchte. Zusätzlich hat der "Privat-Rentner" ein so genanntes Kapitalwahlrecht. Zum Ablauf des Versicherungsvertrages kann er wählen, ob er lieber eine lebenslange Rente beziehen oder einmalig einen hohen Geldbetrag ausgezahlt bekommen möchte. Die Kapitalabfindung muss bis spätestens drei Monate vor dem vereinbarten Rentenbeginn beantragt werden. Wichtig: Bei den Tipps und Informationen auf diesen Seiten handelt es sich um allgemeine Hinweise zur privaten Rentenversicherung. Die rechtsverbindlichen Bestimmungen entnehmen Sie bitte den Versicherungsbedingungen Ihres Versicherers. Aus VersWiki

Riesterrente

Welche Vorteile bietet ein Riester-Vertrag?

Die Riester-Rente garantiert im Alter ein zusätzliches laufendes Einkommen, das lebenslang gezahlt wird. Eine attraktive staatliche Förderung hilft bei der Finanzierung dieser privaten Zusatzversorgung. Auf Wunsch kann ein zusätzlicher Hinterbliebenenschutz und/oder eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung vereinbart werden.

Ebenso wie Betriebsrenten sind auch Riester-Renten vor einer vorzeitigen Verwertung bei Arbeitslosigkeit geschützt. Voraussetzung dafür ist, dass sie mit staatlicher Förderung aufgebaut wurden.

Die Riester-Rente soll vor allem Familien mit Kindern die eigenverantwortliche Altersvorsorge erleichtern. Deshalb unterteilt sich die Riester-Zulage in eine Grundzulage, die der Versicherte erhält und eine Kinderzulage, die pro Kind gezahlt wird. In einigen Fällen ist die Zulage vom Staat erheblich höher als die selbst eingezahlten Beiträge.

Die staatliche Förderung besteht aus zwei Teilen: aus der jährlichen Zahlung einer Grund- und einer Kinderzulage und aus der Möglichkeit, die Beiträge als Sonderausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen.

Die Grund- und Kinderzulage beträgt für die Jahre 2006 und 2007 jeweils 114 Euro pro Person und 138 Euro pro Kind. Ab 2008 jährlich 154 Euro pro Person und 185 pro Kind.

Der Abschluss einer Riester-Rente kann zusätzliche Steuervorteile bringen. Dazu muss der Einkommensteuererklärung die ausgefüllte Anlage AV beigefügt werden. Das Finanzamt prüft auf dieser Grundlage, ob die Steuerersparnis über den Sonderausgabenabzug höher ist als die Zulage. Ist dies nicht der Fall, überweist die Behörde nur die Zulage. Ist der Sonderausgabenabzug lohnender, wird auch der über die Zulage hinausgehende Betrag gezahlt.

Eine interessante Vorsorgemöglichkeit ist die Riester-Rente auch für junge Leute, die einen Einstieg in ihre private Altersvorsorge suchen. Weil das Sparkapital von Riester-Verträgen im Falle von Arbeitslosigkeit vor der vorzeitigen Verwertung geschützt ist - die Bundesanstalt für Arbeit oder die Sozialämter haben darauf keinen Zugriff - eignet sie sich ebenso für alle Arbeitnehmer, die einen Jobverlust befürchten müssen.

Um Versicherten mit Zahlungsschwierigkeiten entgegenzukommen, müssen die Beiträge für Riester-Verträge nicht regelmäßig eingezahlt werden. Der Kunde kann so flexibel zahlen, wie es seine finanziellen Verhältnisse erlauben. Für eine optimale Altersvorsorge sind allerdings regelmäßige Beitragszahlungen zu empfehlen. Wenn der Vertrag während eines gesamten Beitragsjahres ruht, besteht in diesem Jahr kein Anspruch auf die Zulage und den Sonderausgabenabzug.

 

Was eine Riester-Rente bringt

Die volle staatliche Zulage - 154 Euro Grundzulage und 185 Euro pro Kind ab 2008 - gibt es nur, wenn der Versicherte einen so genannten Mindesteigenbeitrag beisteuert. Dieser Beitrag ist jeweils abhängig von den im Vorjahr erzielten rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkünften.

Für die Jahre 2006 und 2007 beläuft sich der Mindesteigenbeitrag auf drei Prozent der erzielten Einkünfte abzüglich der staatlichen Zulage. Ab 2008 beträgt er vier Prozent. Wer will, kann auch mehr in seine Riester-Rente einzahlen. Die staatliche Förderung ist jedoch auf den Höchstbetrag des Sonderausgabenabzugs begrenzt. Für 2006 und 2007 sind dies jeweils 1.575 Euro, ab 2008 pro Jahr 2.100 Euro.

Wer so wenig verdient, dass sein errechneter Mindesteigenbeitrag geringer ist als der so genannte Sockelbetrag in Höhe von 60 Euro, oder wer im Jahr zuvor gar kein Einkommen erzielt hat, zahlt mindestens den Sockelbeitrag, um die volle Zulage zu erhalten.

 

Der Umfang der Förderung im Jahr 2008

(alle Angaben in Euro)

 

Allein stehend, ohne Kind

Rentenver- sicherungs- pflichtiges Vorjahres- einkommenGrund- ZulageKinderzulageEigenbeitragSparleistung insgesamt*zusätzl. Steuerer- sparniszusätzl. Steuerer- sparnis Förderanteil am Gesamt- beitrag
-5 000 154 - 90 244 - 63 %
15 000 154 - 446 600 - 26 %
25 000 154 - 846 1 000 141 30 %
40 000 154 - 1 446 1 600 432 37 %
50 000 154 - 1 846 2 000 672 41 %
75 000 154 - 1 946 2 100 777 44 %

* 4 % des Vorjahreseinkommens, höchstens 2100 EuroQuelle: Bundesministerium der Finanzen

 

 

 

Allein stehend, ein Kind

Rentenver- sicherungs- pflichtiges Vorjahres- einkommenGrund- ZulageKinderzulageEigenbeitragSparleistung insgesamt*zusätzl. Steuerer- sparniszusätzl. Steuerer- sparnis Förderanteil am Gesamt- beitrag
5 000 154 185 75 414 - 82 %
15 000 154 185 261 600 - 57 %
25 000 154 185 661 1 000 - 34 %
40 000 154 185 1 261 1 600 201 34 %
50 000 154 185 1 661 2 000 431 39 %
75 000 154 185 1 761 2 100 592 44 %

* 4 % des Vorjahreseinkommens, höchstens 2100 EuroQuelle: Bundesministerium der Finanzen

 

 

Ehepaar, ohne Kinder, zwei Rentenversicherungspflichtige

Rentenver- sicherungs- pflichtiges Vorjahres- einkommenGrund- ZulageKinderzulageEigenbeitragSparleistung insgesamt*zusätzl. Steuerer- sparniszusätzl. Steuerer- sparnis Förderanteil am Gesamt- beitrag
5 000 308 - 180 488 - 63 %
15 000 308 - 292 600 - 51 %
25 000 308 - 692 1 000 - 31 %
40 000 308 - 1 292 1 600 125 27 %
50 000 308 - 1 692 2 000 283 30 %
75 000 308 - 2 692 3 000 753 35 %

* 4 % des Vorjahreseinkommens, höchstens 2100 EuroQuelle: Bundesministerium der Finanzen

 

 

Ehepaar, zwei Kinder, ein Rentenversicherungspflichtiger

Rentenver- sicherungs- pflichtiges Vorjahres- einkommenGrund- ZulageKinderzulageEigenbeitragSparleistung insgesamt*zusätzl. Steuerer- sparniszusätzl. Steuerer- sparnis Förderanteil am Gesamt- beitrag
5 000 308 370 60 738 - 92 %
15 000 308 370 60 738 - 92 %
25 000 308 370 322 1 000 - 68 %
40 000 308 370 922 1 600 - 42 %
50 000 308 370 1 322 2 000 - 34 %
75 000 308 370 1 422 2 100 14 33 %

* 4 % des Vorjahreseinkommens, höchstens 2100 EuroQuelle: Bundesministerium der Finanzen

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